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alexweiss.net

MPU-ABLAUF:

  

Wie funktioniert die MPU:
Nun, die MPU besteht aus drei Teilen:
(Wobei ich nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen kann)
Ich habe mittlerweile schon soviel Mist auf anderen Webseiten gelesen,
dass ich hier nur meine eigene Erfahrung schildere)

1.) die Medizinische Untersuchung
2.) das Psychologische Gespräch (ca. 30 - 80 min)
3.) Reaktions- bzw. Konzentrationstest
Die MPU dauerte bei mir knapp 2,5 Stunden

1.) die Medizinische Untersuchung:
Hier wird i.d. R. eine Urin- bzw. Blutprobe von Ihnen genommen.
Der behandelte Arzt richtet hier schon Fragen an Sie, die später dem Psychologen
im Gespräch zur Verfügung stehen. Weiter wird mit dem Hämmerchen geklopft
und die Leber abgetastet. Zum Schluss wird noch die Fingernase bzw. Fingerfinger Übung gemacht.
Es kann auch noch ein Sehtest (Stereosehen etc.) gemacht werden.
Bei mir war das nicht so, da ich ein augenärztliches Gutachten neueren Datums mitbrachte.
(Würd’ ich auch empfehlen).
Dann werden halt noch die Standard Fragen, wie z.B. Krankheiten
in den letzten Jahren, Medikamenteneinnahme, Lebererkrankung etc. gestellt.
So, nach ca. 25 min wird man dann vom Arzt entlassen und darf sich wieder ins Wartezimmer setzen.

2.) Das Psychologische Gespräch
Nach ca. 30 min warten im Wartezimmer wurde ich nun vom Psychologen zum Gespräch aufgerufen.
Der Psychologe erklärt zuerst, warum man da ist, und auf was es Ihm in diesem Gespräch ankommt.
Das Gespräch dauerte bei mir 58 min (steht so im Gutachten).Man kann davon ausgehen,
dass je höher die Promille oder die Schwere der Alkoholfahrt war, desto länger
wird auch das Gespräch dauern.
Da ich knapp über 2 Promille hatte, dauerte es halt auch dementsprechend lang.
Das Gespräch selber war sehr locker, wobei ich auch darauf gut vorbereitet war
und deswegen nicht verkrampft war. Der Psychologe war sehr nett und entgegenkommend.
Wenn ich eine Frage nicht richtig sinngemäß deuten konnte, hat er mir sie anders formuliert,
und jeder war glücklich. Also fragen, wenn man was nicht versteht.
Ich denke auch mal, dass wahrscheinlich viele Gespräche, die so ein Psychologe am Tag führt,
ziemlich Aggression geladen sind und er sich auch besser fühlt wenn man sich mit
einem Probanden normal unterhalten kann so hatte ich zumindest den Eindruck.
Jetzt ist halt die Frage, welche Fragen werden gestellt. Nun bei mir war die Promillezahl so hoch,
dass er eine nachvollziehbare Verhaltensänderung zum Alkohol hören wollte.
Am Anfang fragte er nach den Personalien und Kurzlebenslauf.
Danach fragte er mich über die Alkoholfahrt aus. Hier sollte man auf jeden Fall bescheid wissen,
wie der Tag verlaufen war und vor allem was man getrunken hatte.
Und die Angaben sollten realistisch sein, weil wenn ich z.B. 1,6 Promille habe,
dann habe ich nicht nur 3 Bier und einen Schnaps getrunken, dann muss da noch ein bisschen
mehr gewesen sein, und genau das weiß der Psychologe auch.
Dann stellt er noch Fragen, wie das vor der Alkoholfahrt so war,
ob ich schon länger auf so einem Alkoholpegel unterwegs war oder nicht.
Und wenn ich hier behauptet hätte, dass dies die einzige Fahrt unter Alkoholeinfluss gewesen wäre,
so hätte er mich gleich nach Hause geschickt.
Um eine gewisse “Giftfestigkeit (so heißt das in der Fachsprache) zu erlangen,
muss man praktisch “trainieren”. D.h. Man muss schon länger mit größeren Mengen Alkohol
vertraut gewesen sein, dass man eine solche Promillezahl erreicht.
Außerdem wollte er noch wissen, warum überhaupt Alkohol und vor allem
in so hohen Mengen getrunken worden ist. Und dann wollte er von mir wissen,
wie sich mein Leben nach der Alkoholfahrt verändert hat.
Und wenn ich hier gesagt hätte es gab keine Veränderungen, -dann auf
Wiedersehen zum nächsten MPU-TERMIN. Grob übertrieben will er hören,
dass man vor der Fahrt ein Alkoholproblem hatte und das man nach der
Trunkenheitsfahrt geeignete Maßnahmen ergriffen hat, dass so etwas nicht mehr passiert
und das man sein Leben besser im Griff hat. Ich hatte eine ganze Reihe
von “Therapien“ mitgemacht, dass ich mein Verhalten zum Alkohol ändere, aber egal wie man es macht,
ob man zu einem anerkannten Dipl. Verkehrspsychologe oder zu einem Seminar geht,
-es nützt alles nichts, wenn man sich nicht wirklich auch ändern will.
Ich habe mich um 180 Grad geändert und gehe mit Alkohol auch so um.
Mir zuliebe und meiner Familie und Freundeskreis zuliebe.
Alkohol ist eine schleichende Sucht, und ehe man sich versieht, landet man unter der Brücke.

3.) Der Reaktionstest
Nach dem Gespräch wurde ich dann gleich vor einen Computer mit einer Spezialtastatur gesetzt.
Auf dem Bildschirm leuchten unterschiedliche Farben auf, auf der Tastatur sind
entsprechende Knöpfe für die Farben. Außerdem hört man noch 2 unterschiedliche hohe Töne,
welchen auch zwei Tasten zugeordnet sind. Und dann sind da noch zwei Fußpedale.
Auf dem Bildschirm erscheinen nun die unterschiedlichen Farben und Töne
und man muss hier die entsprechenden Tasten drücken. Hier kommt es vor allem darauf an,
immer die richtigen Tasten zu drücken, dies ist zum einen ein Reaktions- und Konzentrationstest
und zum anderen ein Ausdauertest, da dieser Test ca. 15 min. dauerte.

Der nächste Test war ein Linienverfolgungstest.
Auf dem Bildschirm gehen neun Linien vom oberen Bildschirmrand
bis zum unteren Bildschirmrand ineinander verschlungen herunter.
Auf dem oberen Bildschirmrand sieht man an irgendeiner Linie einen roten Pfeil
und muss diesen dann so schnell wie möglich mit den Augen zum unteren Bildschirmrand verfolgen, 
wo dann eine Zahl zwischen 1 und 9 steht, die man anschließend drücken muss.

So, dass war dann alles, ich wurde dann wieder Nachhause geschickt,
eine Prognose wollte mir keiner geben, deswegen war dann die Zeit bis das Gutachten
in meinem Briefkasten landete, eine ziemlich BANGE Zeit der Verunsicherung.
Aber auch das geht rum.

Hier nun paar Tipps von mir:

  1. Bereiten Sie sich schon so früh wie möglich auf die MPU vor. Wenn Sie über 1,6 Promille hatten,
    dann bekommen Sie zu 99,9% eine Einladung zur MPU.
    Ab 2012 kann dies auch schon ab 1,2 Promille passieren.
  2. Lassen Sie sich beraten. Als erste Adresse zum Einstimmen würde ich das
    Portal von Verkehrsthek.de empfehlen. Zum einen Schreiben dort fachkundige Personen
    und zum anderen gibt es auch ein gutes Forum.
    Aber auch hier gilt zu einigen Beträgen von Betroffenen:
    Die Suppe wird nie so heiß gegessen, wie Sie gekocht wird.
  3. Dann würde ich noch das ein oder andere Buch empfehlen. Siehe auch meine Bücherliste
  4. Und wenn man alles Richtig machen möchte, dann empfehle ich den
    Gang zu einem staatl. anerkannten Verkehrspsychologen.
    Weil das Problem bei einem Buch ist immer, dass es auf die ein oder
    andere Frage nicht Antworten kann, aber der Psychologe kann !!!
    Eine Liste von erkannten Psychologen findet man z.B. beim Bund der Psychologen.
  5. Verniedlichen Sie keine Gegenstände. Ein Glas ist ein Glas und nicht ein Gläschen.
  6. Behaupten Sie nicht, es wäre Ihre erste Alkoholfahrt gewesen, dass glaubt er sowieso nicht. 
    (die Statistik sagt was anderes bei diesem Promillegehalt.)
  7. Sagen Sie, was Sie getrunken haben, -Alles
  8. Seien Sie sachlich, schieben Sie Ihre Tat nicht auf andere, -Sie sind dafür verantwortlich !
  9. Schildern Sie ihm aussagekräftig, dass Sie sich mit Ihrem Alkoholproblem 
    ausreichend auseinandergesetzt haben und wie Sie in Zukunft mit Alkohol umgehen werden. 
    Hier ist es auch wichtig, dass Sie dem Psychologen genauestens aufzeigen können, 
    wie Sie solche Alkoholfahrten in Zukunft vermeiden.
  10. Sprechen Sie nicht in der 3. Person von sich. z.B. MAN hat dann noch dies und das getrunken
    ICH hab dann noch dies und das getrunken.
  11. Versuchen Sie an diesem Tag ausgeschlafen zu sein,
    nehmen Sie sich eine Tageszeitung zum lesen mit,
    aber keine Lektüre über MPU, dass macht Sie nur verrückt.
  12. Bei hoher BAK lassen Sie sich mind. alle 2 1/2 Monate ein Blutbild
    mit den GOT, GPT, GGT und MCV machen.
    Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann lassen Sie noch den CDT Wert mit machen
    (kostet aber Extra). Sollte nämlich mal einer der 4 anderen Werte leicht erhöht sein
    und der CDT normal, dann haben Sie nichts zu befürchten.
    Oder nehmen Sie an einem ETG-Screening für mind. 6 Monate teil.
    Und was mir ganz besonders am Herzen liegt: Machen Sie sich nicht verrückt, was Ihre
    Freunde und Bekannten sagen. Sie werden nur unsicher.

    Solche Aussagen, wie z.B. “Das ist ja sowieso nur reine Willkür bei dem Test,
    vergessen Sie mal ganz schnell, die Leute dort haben studiert und sehen die Fragen bzw.
    Antworten, die Sie geben aus einer anderen Sichtweise. Und genau dies müssen Sie sich aneignen
    und am besten mit jemandem vom Fach und nicht von Freunden bzw. selbsternannten Psychologen.

    Sollten Sie eine persönliche Frage haben, so können Sie mir auch gerne schreiben,
    ich versuche diese dann aus meiner Sicht so gut wie möglich zu beantworten.
    Aber ich bin kein Psychologe, ich kann Ihnen also nur aus meiner Erfahrung berichten.